Startseite Aktuelles Aktuelles IK-Artikel 14.01.2019 - Landwirte lassen in Lüben Dampf ab

IK-Artikel 14.01.2019 - Landwirte lassen in Lüben Dampf ab

Ministerin Otte-Kinast zu Gast bei der CDU


VON HOLGER BODEN
Lüben
– Die Landwirte aus dem Nordkreis, die am Dienstagabend in die Lübener Tenne gekommen waren, hatten einiges auf dem Herzen, als ihre Landwirtschaftsministerin vor ihnen am Rednerpult stand: Barbara Otte-Kinast war auf Einladung des CDU-Kreisverbandes aus Hannover angereist und versuchte, Balsam  auf diverse Wunden zu streuen. Die Stimmung in der Branche ist sichtlich gereizt.

Da sind die Preisdiktate im Einzelhandel: „Ich möchte keine Subventionen,  ich möchte von meinen Produktpreisen leben können“, sagte ein Landwirt. Ein anderer sah einen  „Verdrängungswettbewerb“ auf Kosten der kleinen Familienbetriebe. Ein Dritter schimpfte mit Blick auf ökologische  Themen auf die gesellschaftlichen Ansprüche „der Städter“.

Großen Raum der Diskussion nahm auch die Düngemittelverordnung ein, die – gerade erst novelliert – schon wieder  vor  Änderungen  steht. Die  Nitrateinträge  seien  im Dürrejahr um vier Fünftel zurückgegangen, das sage aber keiner,  monierte  ein  Zuhörer.  Der  Landvolk-Vorsitzende  Joachim  Zeidler  sah  „immer  mehr  Beeinträchtigungen  für  unsere Wirtschaftsweise“.

Brexit, Digitalisierung, Landknappheit – alles weitere Themen, die nicht vergnügungss-teuerpflichtig sind. Otte-Kinast,  selbst  Landwirtin, zeigte  viel  Verständnis  für den hörbaren Frust: Bei einer weiteren  Verschärfung  der Dünge-Regeln müsse ein Bauer  „die  Lust  verlieren“,  und solche  Vorschriften  würden auch  auf  die  Produktion durchschlagen: „Der Weizen kommt dann nicht mehr aus Niedersachsen, sondern von sonstwoher.“

Generell, so Otte-Kinast, stehe  die  Landwirtschaft  in vielen  Bereichen  „am  Scheideweg“:  Tierwohl,  Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Qualität – die Erwartungen der Verbraucher seien „beträchtlich“, an der Ladenkasse entscheide aber meist der Preis. Es gelte,  Ansprüche  und  Bezahlbarkeit miteinander in Einklang zu bringen. Die Ministerin riet dem Berufsstand zu  Selbstbewusstsein: „Die Landwirtschaft leistet  Herausragendes, sie gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

Den rund 100 Besuchern in der Tenne  hatte  sich  zuvor auch der CDU-Bürgermeisterkandidat  Uwe  Hoppmann vorgestellt. Angesichts  der Flächenkonkurrenz  und  der damit  verbundenen  Probleme, Bauland zu schaffen, plädierte er für eine verbesserste Kommunikation  zwischen
der Stadt und den Landwirten. Mit Blick auf die Wittinger Hähnchenmast-Diskussion mahnte er landesweit gültige Leitlinien für die Errichtung solcher Anlagen an, weil sonst  beim  Bürger der Eindruck entstehe, dass Entscheidungen der Politik vor Ort „nach Sympathie“ getroffen werden. Die Ministerin nahm diesen Ball später allerdings nicht auf.

Foto: Boden
Quelle: Isenhagener Kreisblatt


 

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